Gewährleistung vs. Gebäudeversicherung

Bauherrenhaftpflicht, Bauwesenversicherung, Berufsgenossenschaft ...

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ONeill
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Gewährleistung vs. Gebäudeversicherung

#1

Beitrag von ONeill » 17. November 2017 06:22

Guten Morgen zusammen,

es geht sich jetzt um folgendes Thema. Ich hatte ja vor einiger Zeit hier auch einen Wasserschaden zur Diskussion gestellt. Hier ist es sehr langsam voran gegangen, aber unser GU hat hier gearbeitet (Sanierungsfirma beauftrag, Sachverständigen hinzugezogen, etc.), so dass die letzten beiden Tage die Decke aufgemacht und auch im OG der Estrich und die Dämmung entfernt wurde, so dass der Boden frei wurde. Es wurde dann festgestellt, dass die Sanierung doch etwas aufwändiger sein könnte, auch wenn der betroffene Bereich nur ca. 1-1,5 qm groß ist, da er durch eine Wand bzw. einen Querbalken geht.

Jetzt hat mich einer der Geschäftsführer dann gestern Abend angerufen und meinte, dass ich dies doch jetzt über unsere Gebäudeversicherung weiter organisieren solle bzw. müsse. Er hätte das intern diskutiert und das wäre deren vorherschende Meinung.

Ich habe das dan erstmal an meinen Versicherugnsmakler (zufällig mein Schwager) zur Klärung gegeben, aber würde hier gerne eure Meinung oder Wissen erfragen.

Für mich ist das jetzt erstmal nicht verständlich. Die Ursache des Wasserschadens ist nachweislich ein defekter Heizkreis, der bereits seit Einbau vorliegt und daher ein Fehler der Installationsfirma beim Hausbau selber war. Die Ursache wurde auch von der Firma bereits behoben. Auch wenn aus diesem Fehler jetzt ein Wasserschaden resultierte, so muss die Sanierung doch dann über die Gewährleistung gehen bzw. über die Versicherung der Sanitärbetriebs. Oder läuft das hier tatsächlich anders? Dass man also sagt, dass ein Wasserschaden erstmal immer über die Gebäudeversicherung geht und diese sich dann die Kosten vom GU (und der dann vom Sanitäter) erstatten lässt?

Es wirkt so, dass der GU keine Lust/Kapazitäten hat und dies nun an die Versicherung abwälzen will.

Wie seht ihr das?

Danke für eure Einschätzung.

Grüße,
Christian



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Epi
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#2

Beitrag von Epi » 17. November 2017 08:32

Hallo Christian,
ONeill hat geschrieben:
17. November 2017 06:22
Es wurde dann festgestellt, dass die Sanierung doch etwas aufwändiger sein könnte ... Geschäftsführer dann gestern Abend angerufen und meinte, dass ich dies doch jetzt über unsere Gebäudeversicherung weiter organisieren solle bzw. müsse.
Der Versuch ansich ist ja nicht strafbar :D
ONeill hat geschrieben:
17. November 2017 06:22
Ich habe das dan erstmal an meinen Versicherugnsmakler (zufällig mein Schwager) zur Klärung gegeben ...
Welcher das Ansinnen des Geschäftsführers sicher ablehnen wird.
ONeill hat geschrieben:
17. November 2017 06:22
Auch wenn aus diesem Fehler jetzt ein Wasserschaden resultierte, so muss die Sanierung doch dann über die Gewährleistung gehen bzw. über die Versicherung der Sanitärbetriebs. Oder läuft das hier tatsächlich anders?
Über dessen Betriebshaftpflicht!

Nicht nur jeder Sanilöter ist gut beraten, eine solche abzuschließen; es kann leicht in die Hunderttausende gehen, kommt ein Mensch zu Schaden. Diese Betriebshaftpflicht deckt auch Schäden, aus einem Fehler, wie bei Dir passiert.

Ich mutmaße, daß dies nicht der 1. Fehler dieser Art für Deinen Sanilöter war/ist und deshalb seine Versicherung die Beiträge saftig erhöht (sie ist eh nicht preiswert zu haben), im Mindesten aber im Wiederholungsfall eine Beitragserhöhung in Aussicht stellt.
Mit Rheinischen Grüßen; Epi


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#3

Beitrag von ONeill » 17. November 2017 13:55

Hallo Martina,

danke für deine Kommentare. Also die Schadensregulierung meiner Versicherung hat gemeint, dass dieses Vorgehen durchaus vorkommt und auch gemacht wird, da es für das Unternehmen dann aber in der Regel teurer wird, machen das große Unternehmen in der Regel nicht, sondern regulieren selber. Es kommt jetzt also kurzfristig ein Sachverständiger der Versicherung vorbei und schaut sich den Schaden an. Mein Schwager und ich werden dann natürlich dabei sein und mit ihm dann das weitere Vorgehen besprechen. Bisher ist hier noch nichts spezielles in Auftrag gegeben oder angefordert worden. Hier also mal abwarten

Der GU meinte gestern am Telefon, dass die Versicherung dann an ihn rantreten wird und er es dann an den Installateur weitergeben wird. Laut seiner Aussage, will er hier nicht um die Kosten oder ähnliches rumkommen, nur die Abwicklung soll die Versicherung machen. Sei jetzt mal so in den Raum gestellt.

Für mich wirkt es so, dass er diese Arbeiten abgeben will. Zuerst hat er die Sanierung an die Firma SMD abgegeben. Die hat dann Sachverständiger beauftragt und auch mit der Sanierung begonnen. Da dies nun doch aufwändiger ist und unser GU tätig werden müsste, will er dies wohl wieder abgeben. Ob ihm die dadurch entstehenden Kosten egal sind, da sie im Endeffekt die Versicherung der Installateurs bezahlt, weiß ich daher nicht. Könnte es mir vorstellen.

Generell habe ich hier immer noch ein sehr ungutes Gefühl.

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#4

Beitrag von Epi » 17. November 2017 14:08

Hallo Christian,

grundsätzlich ist der Sanilöter in der Haftung ... wenn es alles so bestätigt wird, wie Du es beschreibst; wovon ich ausgehe. Insofern verstehe ich diesen Umweg nicht, denn der Sanilöter hat doch bereits einen SV rauskommen lassen _und_ die Sanierung begonnen; was bedeutet, daß er auch der Verursacher ist. Dein GU muß sich - jedenfalls meiner Meinung nach, mit dem Sanilöter/dessen Versicherung ins Benehmen setzen, was dessen Kosten der Nacharbeit betrifft.

Muss ich insgesamt nicht verstehen - auch nicht die Stellungnahme Deines Schwagers ... höchstens noch, wenn der Sanilöter klamm ist ... dann wäre es für mich jedoch Versicherungsbetrug.
Mit Rheinischen Grüßen; Epi

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#5

Beitrag von Jochen104 » 17. November 2017 14:09

Deine Versicherung hat in der Regel ja auch die Aufgabe, Forderungen abzuwehren, für welche du nicht eintreten musst.
Solange alles ordentlich abgewickelt wird und du nirgends in Vorleistung treten musst, sollte doch alles (für dich) gut ausgehen.
Viele Grüße,
Jochen

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