Unangenehme Erfahrungen mit der Baugesellschaft Mittelhessen Beteiligungs-GmbH

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Unangenehme Erfahrungen mit der Baugesellschaft Mittelhessen Beteiligungs-GmbH

#1

Beitrag von Epi » 30. Oktober 2018 12:52

Zu unserem Beruf gehört es zwangsläufig, daß wir uns mit der Beschaffung von Baugrundstücken beschäftigen. Wir klären das Baurecht, führen Gespräche mit den jeweils zuständigen Bauaufsichten und Stadtplanern. Wir bringen die Grundstücke zur Projektreife, so daß unsere Kunden möglichst keine Überraschungen bei der Bauantragsstellung erleben. Das erfordert alles sehr viel Zeit, entsprechend war ich not amused, unsere Investition in die Zukunft mit – bis dahin – unbekanntem Logo beworben zu sehen.

Da wir bevorzugt an Makler freien Grundstücken interessiert sind, besteht die erste Hürde schon einmal darin, den Privatverkäufer von den Vorzügen unseres, für sie kostenlosen, Angebotes zu überzeugen. Tief sitzt nämmisch der Wunsch, das beworbene Grundstück ohne Bindung an einen Privathaushalt zu veräußern. Dabei ist nicht selten weder das Baurecht, noch im Mindesten die augenscheinlichen Umstände des Grundstückes geklärt (Beispiel: manchmal ist es nicht möglich eine Garage/einen Carport zu stellen). Das führt wiederum zu fröhlicher Arbeitsbeschäftigungsmaßnahme bei(m) jeweils zuständigen SachberarbeiterIN der Bauaufsicht, da der ewig gleiche Gesprächsinhalt Schallplatten gleich, an immer wieder neue Gesprächspartner vermittelt werden muss. So lernt man auch Leute kennen.

Finden GrundstücksbesitzerIN und wir einen gemeinsamen Nenner, optionieren wir das Grundstück für einen Zeitraum „x“ und – ganz wichtig, lassen uns ein Alleinvermarktungsrecht für die Laufzeit der Option einräumen. Im Anschluß daran beginnt die Projektierung mit allem was erforderlich ist; nicht selten binden wir zu diesem frühen Zeitpunkt schon unseren Vermesser ein. So war der Ablauf auch jüngst bei einem Grundstück in Düsseldorf. Bei dieser Liegenschaft kam noch hinzu, daß ein städtischer Teil hinzugekauft werden kann, soll von Käuferseite her ein Renditeobjekt realisiert werden. Bei diesem Projekt musste ergo auch das Liegenschaftsamt recht früh in die Gespräche eingebunden, entsprechend die Ermittlung des Verkaufspreises initiiert werden. Insgesamt für ein vermeintlich „einfaches“ Grundstück ein erheblicher Aufwand.

Bei meiner täglichen Routine in Sachen Grundstücksbeschaffung staunte ich deshalb nicht schlecht, als mir seitens 2er Portale „unser“ Grundstück letzten Samstag von der „Baugesellschaft Mittelhessen Beteiligungs-GmbH aus Lich“ angeboten wurde. Geringfügig verändert zwar, aber unverkennbar unsere Option; das angeforderte Exposé bestätigte die Unverschämtheit. 5.95% Maklerprovison bei einem Verkaufspreis von TEUR 525 haben sowohl den Verstand aussetzen, sämtlichen Anstand im Nirwana verschwinden lassen; vom entstandenen Schaden gar nicht zu reden.

Das die Grundstückseigentümer Strafanzeige bei der Polizei stellen wollten, konnten wir verhindern. Hätte nur Zeit und Nerven gekostet mit wenig Aussicht auf Erfolg, dafür Kosten. Aber latürlich habe ich den Geschäftsführer noch am selben Tag aufgefordert, die Anzeige auf allen Portalen, wie eigener Homepage zu löschen; die jeweiligen Portale über ihren „Kunden“ und dessen Verständnis von Seriosität informiert. Noch Sonntagabend habe ich von einem Portal die Mitteilung erhalten, daß die Gesellschaft das Inserat deaktiviert hat; das andere hat sich eine Benachrichtigung erspart.


Diese Machenschaften kannte ich bislang *nur* von einem Billiganbieter, daß auch ein ehemaliger Oberbürgermeister dies als sein Verständnis von Kompetenz adaptiert hat, war mir bis Samstag nicht klar. Zitat HP: „Die Baugesellschaft Mittelhessen Beteiligungs GmbH ist ein seit mehreren Jahren am Markt tätiges Unternehmen, das mit Kompetenz und Engagement versucht, die Wünsche von Eigentümern und Immobiliensuchenden zu erfüllen.“ Beim Engagement haben sie wohl etwas falsch verstanden!

Tante Gurgel weiß btw. auch einiges über diese Gesellschaft, bzw. den Oberbürgermeister a.D. aka Geschäftsführer obiger Gesellschaft:

Gießener Anzeiger vor 1 Jahr

Wetterauer Zeitung vom 31.03.2017


Wenn diese Gesellschaft schon nicht davor zurückschreckt, sich mit fremden Federn zu schmücken – Ziel war wohl an Adressen zu kommen, so möchte ich nicht wirklich wissen, welche weiteren Überraschungen sie für ihre Kunden in petto haben.

Edit: Gerade bei der Gießener Allgemeinen vom 12.07.17 gefunden.

Auszug/Zitat: Derweil gibt es kurz vor Prozessbeginn neue Vorwürfe gegen eine der von Bauer gegründeten Firmen. Es geht um die Baugesellschaft Mittelhessen, die seit über zwei Jahren vom früheren Gießener Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann als Geschäftsführer geleitet wird. Eine Hauseigentümerin aus Duisburg stellte nach eigenen Angaben in der vergangenen Woche bei der dortigen Staatsanwaltschaft Strafanzeige, nachdem die Baugesellschaft ohne ihr Wissen ein Exposé über ihr Reihenhaus an Interessenten verschickt hatte.


Mit Rheinischen Grüßen; Epi

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