Massivhaus

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HäusleBaue
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Massivhaus

#1

Beitrag von HäusleBaue » 25. Mai 2018 13:13

Hallo,

ich hoffe ihr könnt mich bei meinem großen Projekt "ich baue mein eigenes Massivhaus" unterstützen und begleiten :)
Gerade befinden wir uns noch in der Planungsphase. Ich muss sagen, dass wir recht große Angst haben, dass etwas
schief geht oder wir uns verkalkulieren.
Ich denke, dass man den nicht so guten Überraschungen nicht aus dem Weg gehen kann aber sie zu minimieren wäre
wirklich angenehm.

Gerade kalkulieren wir die Baunebenkosten und es kommen viele Fragen auf. Erstmal: wie viel Prozent vom eigentlichen Baupreis muss man da ungefähr draufschlagen und welche Ausgaben kommen da auf uns zu?
Grunderwerbssteuer und Grundbucheintrag sind schon bezahlt.

Desweiteren stoßen wir bei unserem Recherchen auf eine ganze Reihe von Versicherungen, die man abschließen sollte.
Aber was ist davon wirklich notwendig und was ist einfach nur rausgeschmissenes Geld? Bauherrenhaftpflicht- und eine Bauleistungsversicherung wollen wir in jedem Fall abschließen.
Und wäre es sinnvoll eine Bauberatung für die ganze Zeit zu konsultieren oder nur für bestimmte Phasen?

Ich würde mich über ein paar Tipps freuen und wenn ihr eventuell eure Geschichte vom Hausbau kurz erzählt.

Liebe Grüße,
Harald




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#2

Beitrag von BeHaElJa » 25. Mai 2018 13:30

Wollt ihr selbst Gewerke ausführen? Wollt ihr selbst planen? Mir ist nicht ganz klar welchen Scope euer Projekt hat.

Derzeit kann man bei Einzelvergaben gerüchtehalber einige Überraschungen erleben - plant also eher mehr Puffer als weniger.
BNK ~ 40 T€... Abwasser, Einmessen, Baugenehmigung, Erdarbeiten, Strom, Wasser, Baustrom / Wasser, Telefon...

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#3

Beitrag von chris » 25. Mai 2018 13:35

Mit der Bauleistungsversicherung hast du ja schon die "Vollkasko"-Variante. Hatten wir auch. Rohbau(feuer)versicherung deckt Feuer, Sturm und Wasserschäden ab und wäre die Basisvariante.

Anschlusskosten für Strom, Gas, Wasser, Telekom fallen regional sehr unterschiedlich aus. Bei uns hing es außerdem davon ab, wie weit von der Straße ins Grundstück rein die Leitungen gezogen werden mussten.

Wir wurden vom Generalunternehmer sitzen gelassen und haben dann alle Gewerke selbst ausgeschrieben, verglichen, vergeben, koordiniert und überwacht. Das ging nur dank jemand vom Fach in der Familie.

Immerhin hat uns besagter Generalunternehmer ein sehr detailliertes Angebot erstellt, in dem jedes Gewerk und jede Schraube einzeln aufgeführt wurde. So konnte man ein gutes Gefühl für die Kosten entwickeln. Wenn nach ein paar Seiten BLB nur "ein Stück Haus für 400.000 EUR" steht und "falls Fliesen in Eigenleistung verlegt werden, gibt es 10.000 EUR Gutschrift", dann hilft einem das nicht viel.

Manche Gewerke wurden teurer, manche günstiger. Größter Ausreißer nach unten war der Dachstuhl dank Eigenleistung. Größter Ausreißer nach oben waren Fenster und Haustür, weil wir da ordentlich aufgerüstet haben.

Unerwartete Kosten: einmal 4.000 EUR für einen Rechtsstreit inkl. zwei Monaten stillgelegter Baustelle durch das Bauamt. Und einen Raum haben wir in zwei Räume aufteilen lassen (Mehraufwand Maurer) und ein weiteres Bad gebaut, was vorher nicht geplant war. Im großen und ganzen haben wir keine nennenswerte Abweichung zur Planung.

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#4

Beitrag von Opiwan » 25. Mai 2018 15:37

Hallo Harald,

um Dir gleich erstmal den worst case an die Ohren zu hauen - Du musst je nach GU und Bauleistungsbeschreibung locker mit 20 % "Baunebenkosten" rechnen.

Es ist ja nicht mit Grunderwerbssteuer und Notargebühren getan. Hausanschlüsse summieren sich eh, dazu bieten üblicherweise die diversen GU "ein Stück Haus" an, dazu gehört dann weder der Gartenzaun, noch die Zuwegung zum Haus. RASEN hinter der meist nicht im Festpreis enthaltenen Terrasse kommt auch noch on Top, genau wie die Kleinigkeiten wie Briefkasten, Außenbeleuchtung etc. Sind Bodenbeläge und Malerarbeiten im Festpreis includiert oder Bauherrenleistung?

Fragen über Fragen, um die alle hilfreich zu beantworten müsstest Du etwas mehr Infos zum bestehenden Werkvertrag äussern...

Gruß
Fred

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#5

Beitrag von IchKannDasVllt » 30. Mai 2018 10:31

https://www.hausbauberater.de/bau-nebenkosten/
Ist eine gute Adresse bei der man schauen kann wegen der Kosten bzw da stehen auch gleich mal die verschiedenen Versicherungen gelistet.

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#6

Beitrag von HäusleBaue » 30. Mai 2018 10:35

Danke schon mal für die Antworten. Ich wollte einfach noch mal hier nachfragen um einen Richtwert zu bekommen. Laut massivhaus-zentrum sind es nämlich ca. 10-15 % Baunebenkosten. Das wäre dann schon ein Unterschied zu 20 %.

Aber die Aufschlüsslung bzw ein sehr detailliertes Angebot, in dem jedes Gewerk und jede Schraube einzeln aufgeführt werden klingt wirklich sinnvoll. Danach kann man wahrscheinlich auch erst anfangen zu kalkulieren.

So Dinge wie Gartenzaun oder Begrünung sind natürlich von uns zu tragen, mir ist klar das Kleinvieh auch Mist macht, aber die Kosten sind jetzt noch nicht in der Kalkulation dabei, weil wir das anschließend peu a peu holen wollen. Es geht jetzt wirklich rein ums Haus.
Gerade beim Thema Versicherungen bin ich oft überfordert. Also reicht die Bauherrenhaftpflicht aus oder sollte man noch eine Bauleistungsversicherung (schützt vor Schäden, die den Hausbau verzögern oder zum Erliegen bringen könnten) extra machen? Und wäre da auch die Pleite o Zahlungsunfähigkeit des Baupartners mit drinnen?

Was hattet ihr alles?
Zuletzt geändert von Epi am 30. Mai 2018 14:04, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: unnötiger Werbelink entfernt; Epi

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#7

Beitrag von chris » 30. Mai 2018 10:37

Wir hatten Bauherrenhaftpflicht und Bauleistungsversicherung.

Mindestens sein sollte es Bauherrenhaftpflicht plus Rohbau(feuer)versicherung um Feuer, Sturm und sobald Leitungen installiert wurden Wasserschäden abzusichern.

Man kann noch vieles andere versichern... Schutz vor Zahlungsunfähigkeit ist wieder eine separate Geschichte, damit kenne ich mich aber nicht aus.

Ein mögliches Darlehen will noch abgesichert werden oder muss es sogar je nach Bank, beispielsweise durch Risikolebensversicherung(en). Das hatten wir lange vor uns hergeschoben und erst kürzlich erledigt - wir wohnen schon ein Jahr im Haus jetzt.

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#8

Beitrag von Opiwan » 2. Juni 2018 12:07

Die Gebäudeversicherung (beinhaltet Rohbau-) bist Du eh verpflichtet zum Baubeginn abzuschließen. Ist aber kein Ding, bei den meisten Versicherungen ist die beitragsfrei bis zum Einzug. Bauherrenhaftpflicht ist ein absolutes MUSS, stell Dir mal vor, ein Kind krabbelt unterm Bauzaun durch und fällt in die Baugrube... Da würdest Du in die Haftung genommen. Bauleistungsversicherung hängt wieder vom Baupartner ab - viele haben die bereits in ihrer Leistung enthalten.
Gegen eine Pleite/Insolvenz des Baupartners kannst Du meines Wissens nach keine Versicherung abschließen. Die beste Versicherung ist - wir reden ja von der größten Investition Deines Lebens - im Vorfeld gründlich zu recherchieren und sich Informationen beschaffen.
Was Du berücksichtigen solltest sind die sogenannten "Gründungsmehrkosten" - die meisten GU kalkulieren ihre Angebote im Vorfeld auf Basis "ebenes Gelände" und eine bestimmte Tragfähigkeit des Bodens. Erfahrungsgemäß kommen in mindestens 50% aller Bauvorhaben noch Mehraufwendungen dazu, sei es durch Kieskoffer, Bodenaustausch, bei Hanglage Zusatzkosten für Verputz/Verbledung freiliegenden Mauerwerkes etc.
Hausanschlüsse - abhängig vom Entwässerungssystem das vorgegeben ist (Misch-/Trennkanal) musst DU für die Entwässerung noch Revisionsschächte und die Leitung vom ins Grundstück gelegten Stich bis zum Haus kalkulieren...
Der Rest wäre jetzt Kaffeesatzlesen, ohne zusätzliche Infos zur genauen Situation bzgl Grundstück, aber 15-20 % sind da schnell erreicht.
Gruß
Fred

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