Wenn der Nachbar dumm spielt

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Epi
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Wenn der Nachbar dumm spielt

#1

Beitrag von Epi » 30. Juni 2018 08:55

Heute möchte ich euch ein Beispiel vorstellen, wie unerwartete BNK entstehen und diese auch noch vollkommen unnötig.

Bei einem aktuellen BV (EFH mit ELW im Keller) mußte ein Teil einer vorhandenen Bebauung abgebrochen werden, daß Platz für den Neubau entsteht. Deshalb mußte ein Statiker einen Standsicherheitsnachweis für den verbleibenden Teil erbringen. Dieser Statiker, beauftragt vom Bauherrn, schrieb in seiner Stellungnahme an die genehmigende Behörde:

"Durch den Abbruch des ehemaligen Blumenladens ... wird für die verbleibende Dachkonstruktion ... auf Grundlage der statischen Berechnungen, aus statischer Sicht keine Beeinträchtigungen zu erwarten sein."

Einige Tage später, trafen sich Mitarbeiter des Bauamtes, der externe Statiker, wie Bauherr und Abbruchunternehmer am Grundstück und besprachen die provisorischen Sicherungsmaßnahmen. Provisorisch deshalb, da der zu sichernde Teil des Blumenladens durch den Eigentümer zeitnah abgebrochen werden sollte, da an gleicher Stelle eine Mauerwerksgarage entstehen soll. Die Pfeile unten im Bild kennzeichnen die Stellen, an welchen der Standsicherheit nachgeholfen werden sollte; wohlgemerkt in Absprache aller Beteiligter. Kosten: ein paar Eisenstangen und Bohlen; in Summe wenige Euronen.

image001.jpg

In der Umsetzung dieser einfachen Sicherungsmaßnahmen erreichte uns ein Schreiben des zuständigen Sachbearbeiters im Bauamt; sämtliche Alarmglocken gingen an und verhießen nichts Gutes. Von jetzt auf gleich setzte dieser Sachbearbeiter einen Vor-Ort-Termin an, da die (abgesprochenen) Sicherungsmaßnahmen nicht ausreichend seien und der Bestand zu kippen drohe. Wie wir heute wissen, hat der externe Statiker diesen Aufruhr verursacht - weshalb können wir nur vermuten, tut hier aber auch nichts zur Sache. Da sich der externe Statiker als nicht zuständig ansah und auch jegliche Unterstützung seines Auftraggebers verweigerte, haben wir, in Absprache mit unserem Bauherrn, unseren Statiker mit der Angelegenheit betraut. Ergebnis: es mussten Fundamente gegossen, Holzpfeiler gesetzt, Querverstrebungen eingezogen und die Dachentwässerung des Bestandes gesichert werden. Dies alles auch noch möglichst gestern, da ein Stopp der Arbeiten verhängt wurde. Kosten: € 3.400,00. Das Widersinnige daran: unser Bauherr muß die Kosten übernehmen, will er sein BV planmäßig laufen lassen. Vollkommen unsinnig, da der zu sichernde Teil durch den Eigentümer selbigem abgerissen wird. Die spannende Frage lautet nur "wann" und da der Eigentümer auf Zeit spielt (warum auch immer), will unser Bauherr latürlich nicht vertrauen.

Und es steht ihm noch mehr Ungemach ins Haus. Wie auf dem Bild oben zu erkennen, steht noch ein Anbau, welcher ehedem als Büro genutzt wurde. Nun ist - nach Angabe des Geologen, das Erdreich die ersten 1.80 m nicht wirklich prall, so daß der Tiefbauer verschiedene Böschungswinkel beachten muß. Das wiederum hat zur Folge, daß er sehr nah an die Wand des Büros kommen wird und diese abzusinken droht (diese Wand soll später als Außenschale der geplanten Mauerwerksgarage dienen). Es bleibt also spannend und vermutlich auch kostenintensiv.
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Mit Rheinischen Grüßen; Epi

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